Hilfe, ich habe nichts zum Anziehen!

Ich sehe sie schon milde lächeln, die Herren der Schöpfung … wenn sie die Überschrift lesen … Und ja, es gibt sie, diese Momente, wo frau glaubt, dringend eine Shoppingtour zu brauchen, weil all das, was im Schrank oder in den Boxen im Keller hängt und liegt, quasi aus dem Blickfeld verschwunden ist. Klarer Fall von „nichts zum Anziehen“.

Bei genauerer Betrachtung sind sie natürlich schon noch da, die einzelnen Teile. Und es sind nicht mal wenige. Einige Male ertappte ich mich dabei, dass ich Shoppen ging und mit einem Shirt oder einem Paar Schuhe nach Hause kam, um festzustellen, dass ich praktisch das selbe Modell bereits besitze.

Letzte Woche hatte ich so einen Anflug von „ich muss dringend einkaufen gehen“. Mein Budget schüttelte zwar den Kopf, was das Zeug hielt, doch ich bin hartnäckig. Und fragte bei meinen Facebook-FreundInnen mal nach, wo sie sich denn so einkleiden würden. Ganz viele Tipps später fuhr ich wild entschlossen nach St. Gallen und kehrte heim, ohne was gekauft zu haben. Wenn ich was anschaute und es mir gefiel, kam mir rechtzeitig in den Sinn, dass ich doch sowas Ähnliches schon im Schrank hängen hatte. Da ich Sommerkleider über Herbst/Winter immer in Boxen im Keller verstaue, habe ich diese Auswahl dann nicht mehr wirklich präsent. Gefährlich … Und nächstes Mal werfe ich, bevor ich einkaufen gehe, zuerst einen Blick in die besagten Boxen. Denn oft kaufe ich im Geschäft dann eine Kombination, die ich genau so tragen möchte. Da sind dann auch Stücke aus dem Kellerfundus dabei, wie z.B. T-Shirts, obwohl es draussen grad schneit.

Mein Tipp also – und genau so habe ich es gemacht: Mal alle Kleider der selben Sorte neben einander hängen oder legen (Hosen, Blazer, Blusen etc.). Um zu sehen, was ich denn überhaupt so alles besitze. Und dann Sets bilden: Will heissen: 1 Hose, 1 passendes Shirt, 1 passende Jacke dazu. Ich habe nun rund 10 Sets und das reicht vollauf, um „neu“ zu starten. Und so hänge ich sie dann auch in den Schrank, an einem Bügel pro Teil nebeneinander.

Die restlichen Kleider ordne ich ebenfalls. Es gibt Leute, die stapeln sie nach Farben, ich mache es lieber nach Schnitt: 1 Stapel mit Langarmshirts, 1 Stapel mit Kurzarmshirts, 1 Stapel mit ärmelfreien Shirts. Und ja, die letzten beiden kann ich auch im Herbst/Winter anziehen, mit einer Jacke drüber oder zum Tanzen – ohne Jacke :-).

So habe ich Übersicht und eine Entscheidungshilfe. Fehlt mir zu einer Hose (wie in meinem Fall) ein Oberteil, ziehe ich die Hose an und gehe damit einkaufen oder packe sie ein und nehme sie mit. Und bitte nicht auf „gut Glück“ oder „ich weiss dann den Farbton im Laden schon noch“. Funktioniert bei mir nicht.

Viel Spass beim budgetschonenden Nicht-Shoppen!